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8. Hessischer Breitbandgipfel 2017

Der vom Breitbandbüro Hessen bei der Hessen Trade & Invest GmbH konzipierte und organisierte Hessische Breitbandgipfel fand am 7. Juni bereits zum achten Mal statt. In seiner Eröffnung vor 550 Teilnehmern und 80 Ausstellern und Kooperationspartnern zog Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir eine positive Bilanz der bisherigen landesweiten Breitbandaktivitäten und kündigte an, dass sich Hessen neue Breitband-Ziele setzen und hierzu bis zum nächsten Breitbandgipfel im Jahr 2018 eine Gigabit-Strategie ausarbeiten wird.

Schwerpunktthemen des diesjährigen Breitbandgipfels waren neben Hessens Aufbruch in die Gigabit-Gesellschaft das DigiNetz-Gesetz, Glasfaser als Grundlage für neue Geschäftsprozesse, WLAN und der kommende Mobilfunkstandard 5G.

Minister Al-Wazir stellte zudem den Leitfaden „Öffentliche WLAN-Netze in Kommunen“ vor, den das Hessische Wirtschaftsministerium zusammen mit dem Breitbandbüro Hessen erstellen ließ. Dieser dient Kommunen als Orientierungshilfe und soll anhand erfolgreicher Praxisbeispiele bei der Beantwortung der wichtigsten technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen bei der Errichtung öffentlich zugänglicher WLAN-Netze helfen.

 

> Flyer öffnen

> Aussteller und Partner (Plan und Liste)

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Impressionen 8. Hessischer Breitbandgipfel 2017

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Vorträge des 8. Hessischen Breitbandgipfels

Hier finden Sie die zur Veröffentlichung freigegebenen Vorträge des 8. Hessischen Breitbandgipfels. Für Einträge, bei denen kein PDF hinterlegt ist, liegt uns kein Vortrag vor oder er wurde nicht zur Veröffentlichung freigegeben.

 

08.30 Uhr Registrierung der Teilnehmer
09.45 Uhr Eröffnung des Breitbandgipfels Hessen 2017: Hessens Aufbruch in die Gigabitgesellschaft 
Staatsminister Tarek Al-Wazir, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL)
10.05 Uhr Der Weg in die Gigabitgesellschaft - Vision für Deutschland
Umsetzungsstand und Perspektive
Dr. Tobias Miethaner, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
10.25 Uhr Podiumsdiskussion: Wie sieht die Gigabitgesellschaft von morgen aus?
  • Staatsminister Tarek Al-Wazir, HMWEVL
  • Staatssekretär Rainer Bomba, BMVI
  • Dr. Vesta von Bossel, Vorstandsbeauftragte für den Breitbandausbau der DTAG
  • Jürgen Grützner, Geschäftsführer VATM
  • Martin Heindl, Geschäftsführer VKU-Landesgruppe Hessen
  • Landrat Dr. Michael Koch, Landkreis Hersfeld Rotenburg
  • Reinald Krüger, Head of Unit, European Commission
  • Dr. Wolf Osthaus, Mitglied der Geschäftsleitung, Unitymedia GmbH

Moderation: Ernst-Christoph Stolper

11.30 Uhr Mittagspause - Besuch der Ausstellungsbereiche
12.40 Uhr

Keynote: Gigabit Economy - Produkte, Geschäftsmodelle und Geschäftsprozesse
Dr. Markus Pfuhl, Leiter Corporate Development, Viessmann Werke GmbH & Co. KG

13.05 Uhr Gemeinsam mit der Deutschen Telekom: Kooperationsansätze im Breitbandausbau
Johannes Pruchnow, Vorstandsbeauftragter Breitband Kooperationen, Deutsche Telekom AG
13.30 Uhr Neue Investitionsanreize der EU für den Breitbandausbau: Wettbewerbsbasierter Glasfaserausbau unterstützt durch stärker zielorientierte und vorhersehbare Markteingriffe und attraktivere Geschäftsmodelle
Reinald Krüger, Head of Unit Communications Networks, Content and Technology Directorate-General Markets, European Commission
13.55 Uhr Das Digitale Netz Gesetz: Einsparpotenziale und Herausforderungen
Engagierte Unterstützung des Glasfaserausbaus durch die Politik
Dr. Mirko Paschke, DG 13 Recht der Digitalen Infrastrukturen, BMVI
14.20 Uhr Glasfaser, CAT, Vectoring und 5G: Wie sieht die Infrastrukturlandkarte der Zukunft aus?
Dr. Iris Henseler-Unger, Geschäftsführerin WIK Consult GmbH
14.45 Uhr Pause - Besuch der Ausstellungsbereiche

Parallele Workshops (15:20 Uhr - 17:00Uhr)

Workshop I
„Breitbandausbau in der zweiten Stufe“ (Moderation: Ernst-Christoph Stolper)

Workshop II
„5G und mehr" (Moderation: Wolfram Koch)

Workshop I:

Glasfaserausbau & Wholebuy
Sven Knapp, Leiter Politik und Gesetzgebungsverfahren, BREKO

Sonderprogramm Gewerbegebiete
Norbert Schuldt, DG 11 Breitbandförderung/ Finanzierung, BMVI

Breitbandausbau mit Mitteln des KIP
Stefanie Maifahrt, Hessisches Ministerium der Finanzen

Volkswirtschaftlicher Nutzen des Ausbaus von Gigabit-Netzen
Simon Japs, Unitymedia GmbH

 

Workshop II:

5G: Leistungsfähigkeit und Entwicklungsperspektive
Karl-Heinz Laudan, Deutsche Telekom AG

Voraussetzungen für 5G Infrastruktur
> zusätzlich: WiFi4EU – Freies WLAN für Europa 
Tim Brauckmüller, Geschäftsführer atene KOM GmbH

WLAN in Hessen
Ziele und Strategie - Wifi4EU
Christoph Rathenow, Partner Finance & Regulation, PwC

Offene WLAN-Netze: Erste Erfahrungen am Beispiel von Fulda Mobil
Michael Dietzel, IT-Leiter der Stadt Fulda

17.00 Uhr Pause - Besuch der Ausstellungsbereiche
Plenum
17.10 Uhr Abschlusskeynote
Flächendeckende Versorgung in Nordhessen
Fünf gewinnt!
Kathrin Laurier, Geschäftsführerin, Breitband Nordhessen GmbH
17.30 Uhr Zusammenfassung im Dialog
Wolfram Koch, Leiter Breitbandbüro Hessen, im Dialog mit Ernst-Christoph Stolper
17.35 Uhr Get-together und gemeinsamer Ausklang

 

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Von Mega zu Giga - Bericht vom 8. Hessischen Breitbandgipfel

Das Ziel eines flächendeckenden schnellen Internets von 50 Mbit/s wird Hessen bis 2018 erreichen. Doch genügt das langfristig? Welche Strategie muss dann folgen? Diesen Fragen stellten sich die Akteure des Breitbandausbaus zum 8. Hessischen Breitbandgipfel am 7. Juni 2017.

Neue Breitbandziele

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir nannte autonomes Fahren als ein eindrucksvolles Beispiel für den digitalen Wandel. Die technologische Revolution wirke sich auf alle Lebensbereiche aus. Für die dazu erforderlichen Datenmengen bedürfe es einer leistungsstarken Infrastruktur: „Hier sind wir in Hessen auf einem guten Weg“, lobte Al-Wazir die Kommunen und anderen Akteure.

„Man darf sich jetzt aber nicht auf den Erfolgen ausruhen. Neben der bedarfsgerechten Versorgung geht es auch darum, den Weg in die Zukunft zu bereiten. Denn autonomes Fahren, Industrie 4.0 und andere Anwendungen brauchen noch höhere Bandbreiten. Wir müssen schon heute für die Gigabit-Gesellschaft planen“, so Al-Wazir. Deswegen werde Hessen bis zum Breitbandgipfel 2018 in einer Gigabit-Strategie den weiteren Ausbau skizzieren und die Ausbaubedingungen in einer Studie erkunden. Für eine noch bessere Vernetzung aller Beteiligten werde zudem die Gigabit-Allianz Hessen ins Leben gerufen.

Breitband verbindet

Ähnlich sah dies Dr. Tobias Miethaner, Leiter der Abteilung Digitale Gesellschaft im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI): „Vor allem in den dünn besiedelten Bereichen sehe ich den Staat in der Pflicht. Der Markt alleine kann die erforderlichen Investitionen nicht aufbringen.“

Bei einer Podiumsdiskussion – moderiert von Ernst-Christoph Stolper, Staatssekretär a.D., – ging es um die Frage, wo Hessen auf dem Weg zur Gigabit-Gesellschaft steht. Minister Al-Wazir betonte die enorme Leistung eines Flächenlandes wie Hessen im Vergleich zu dichtbesiedelten Regionen wie dem Ruhrgebiet. Dr. Miethaner sah vor allem bei der Aufgreifschwelle von 30 Mbit/s Handlungsbedarf. Reinald Krüger von der Europäischen Kommission pflichtete ihm bei: „Hier brauchen wir Unterstützung, beispielsweise durch entsprechende Briefe der Minister. Wir dürfen nicht bei 30 Mbit/s stehen bleiben.“ Dr. Michael Koch, Landrat des Landkreises Hersfeld-Rothenburg, forderte zudem Einzellösungen, beispielsweise für den Anschluss von Schulen.

Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V., plädierte für klare Regelungen für Unternehmen, damit Planungssicherheit herrsche: „Der Ausbau ist kein Selbstzweck, sondern muss am Ende vor allem der Wirtschaft dienen.“

Dr. Vesta von Bossel, Vorstandsbeauftragte für den Breitbandausbau der Deutschen Telekom, hob hervor, dass sich die Telekom für einen Technologiemix von Mobilfunk und Glasfaser engagiere. Dr. Wolf Osthaus, Mitglied der Geschäftsleitung der Unitymedia GmbH, erklärte, dass der Ausbau in Hessen zügig erfolgen und noch vor 2025 abgeschlossen sein soll.

Gigabit-Gesellschaft rückt in den Fokus

In Richtung Zukunft blickend betonte Johannes Pruchnow, Vorstandsbeauftragter für Breitbandkooperationen der Deutschen Telekom: „Es muss darum gehen, dass alle profitieren: TK-Unternehmen, Kooperationspartner, Bürger und Kommunen.“

Dr. Markus Pfuhl, Leiter Corporate Development der Viessmann AG, gab einen Einblick in die Gigabit-Economy aus Unternehmenssicht: „Im Heizungsbau kommen die wesentlichen Entwicklungen mittlerweile aus dem Softwarebereich. Hierfür brauchen wir stabile Bandbreiten, auch in ländlichen Regionen.“

Anschließend referierte Reinald Krüger von der Europäischen Kommission zu Investitionsanreizen. Regulierung sei keine Alleinlösung, sondern könne lediglich einen unterstützenden Beitrag leisten.

Den rechtlichen Rahmen erklärte Dr. Mirko Paschke vom Bundesverkehrsministerium: Durch das Digitale-Netz-Gesetz sei ein guter Rahmen für Vereinfachung und Kostensenkungen geschaffen. Dazu gehörten Vorschriften zu Glasfaserregelungen, Kostensenkungsmaßnahmen und Wegerechtsanpassungen.

Um die Infrastrukturlandkarte der Zukunft ging es im Vortrag von Dr. Iris Henseler-Unger, Geschäftsführerin der WIK GmbH. Der Gigabit-Netzausbau müsse als Teil einer größeren Wertschöpfungskette betrachtet werden, die starke gesamtwirtschaftliche Effekte hat: von einem höheren Bruttoinlandsprodukt bis hin zu positiven Beschäftigungseffekten.

Impulse für den Breitbandausbau der zweiten Stufe

Die Workshops am Nachmittag ergänzten und vertieften die besprochenen Themen. Jürgen Magull, Geschäftsführer des Bundesverband Breitbandkommunikation e.V., erläuterte den Stand der gemeinsamen Handelsplattform: „Das Potenzial ist groß, denn bisher sind lediglich 45 Prozent der Anschlüsse unserer Mitglieder vermarktet.“

Norbert Schuldt, Leiter des Referats Breitbandförderung/Finanzierung des BMVI, erklärte das Sonderprogramm Gewerbegebiete: „Förderprogramme erhöhen den Druck auf Unternehmen, da sie Kundenanteile zu verlieren drohen“, so Schuldt zu einem Zusatzeffekt der Förderung.

Stefanie Maifarth vom Hessischen Ministerium der Finanzen schloss sich mit einem Workshop zu den kommunalen Investitionsprogrammen KIP I und II an. Beide richten sich an finanzschwache Kommunen.

Simon Japs, Director Public Policy bei der Unitymedia GmbH, sprach anschließend zum volkswirtschaftlichen Nutzen des Breitbandausbaus. So habe man mit Investitionen von 2,2 Milliarden Euro rund 350.000 Haushalte in Deutschland angeschlossen. Dies führe beispielsweise zu rund 56 Millionen Euro an Preisvorteilen für die Nutzer.

Perspektiven von 5G und WLAN

Zur Leistungsfähigkeit und Entwicklungsperspektive von 5G referierte Karl-Heinz Laudan, Vice President Spectrum Policy im Bereich Group Public & Regulatory Affairs der Deutschen Telekom AG. Voraussetzungen für den Rollout seien entsprechende Frequenzen und eine ausreichende Glasfaseranbindung zumindest in jeder Straße. Cornel Pampu von der atene KOM GmbH ergänzte: „Neue Anwendungsfelder werden neue Geschäftsfelder schaffen. Das bedeutet wiederum, dass circa alle 80 Meter eine Basisstation benötigt wird.“

Christoph Rathenow, Partner Finance & Regulation bei PwC, ging auf das Thema WLAN ein: „Man könnte sagen, WLAN ist heutzutage ein Stück Lebensqualität.“ Passend dazu sprach anschließend Michael Dietzel, IT-Leiter der Stadt Fulda, zu offenen WLAN-Netzen: „Solange gewisse Spielregeln eingehalten werden, ist es wirklich weniger aufwändig, als man zunächst denkt“, so seine Einschätzung.

Viel erreicht und noch mehr vor

Anschließend berichtete Kathrin Laurier von der Breitband Nordhessen GmbH beispielhaft vom Ausbauprojekt in Nordhessen: „Wir haben viele Meilensteine erreicht, von der Finanzierung über die europaweiten Ausschreibungen bis hin zu den gesicherten Fördermitteln. Mit den Spatenstichen in allen fünf Landkreisen ist nun überall der Startschuss erfolgt.“

Wolfram Koch, Leiter des Breitbandbüros Hessen, zog mit Moderator Ernst-Christoph Stolper ein Fazit des 8. Breitbandgipfels: „Im Jahr 2010 haben wir mit dem FTTC-Ausbau begonnen. Jetzt ist der Ausbau fast abgeschlossen. Deswegen freut es mich, dass bei den relevanten Aspekten ein Konsens besteht. Darauf wollen wir in Zukunft aufbauen.“